Wintersport bei Olympischen Spielen

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Während die ersten Olympischen Sommerspiele der Neuzeit bereits 1896 in Athen über die Bühne gingen, dauerte es für die Athlet*innen des Wintersports bis zum Jahr 1924, ehe im französischen Chamonix die ersten Winterspiele unter der olympischen Flagge stattfanden. Allerdings wurde diese sogenannte Internationale Wintersportwoche erst nachträglich vom IOC, dem Olympischen Komitee, als Winterolympiade anerkannt.

Traten damals nur 16 Nationen mit 258 Sportler*innen an, um in 16 Wettbewerben die Besten zu ermitteln, waren es bei den letzten Winterspielen 2018 im südkoreanischen Pyeongchang bereits 2914 Teilnehmer*innen aus 93 Nationen, die in 102 Wettbewerben um Gold, Silber und Bronze kämpften.

Die Olympischen Winterspiele finden alle vier Jahre statt. Bis 1992 wurden sie immer im gleichen Jahr der Sommerspiele ausgetragen, seit 1994 immer abgekoppelt davon.

Sportarten

1924 wurde unter anderem mit den Wettbewerben Militärpatrouille, Eislaufen, Bob, Curling, Skilanglauf und Skispringen begonnen. Alpine Skirennen wurden 1936 in Garmisch-Partenkirchen neu ins Programm aufgenommen, Biathlon 1960 im amerikanischen Squaw Valley, Rodeln vier Jahre später in Innsbruck und Snowboard 1998 im japanischen Nagano. Im russischen Sotschi 2014 kamen gleich zwölf neue Wettbewerbe dazu, die bislang größte Erweiterung an Wettkampfarten.

Kommerzialisierung

Pierre Coubertin, der Initiator der Olympischen Spiele der Neuzeit, hatte zunächst vorgesehen, dass bei den Olympischen Sommer- und auch Winterspielen nur Amateursportler*innen teilnehmen dürfen. Schon ab 1912 gab es Proteste einzelner Sportler*innen, die gegen diesen Amateurstatus verstoßen hatten, sowohl im Vorfeld bei der Nominierung als auch durch nachträgliche Disqualifikation und Aberkennung von Medaillen.

Höhepunkt war zweifellos der Ausschluss des österreichischen Skiläufers Karl Schranz von den Olympischen Winterspielen 1972 im japanischen Sapporo, der gegen diesen Amateurstatus verstoßen hatte. Erst Ende der 1970er-Jahre wurde die Amateurregel gelockert und später komplett aufgehoben. Dies führte zu zunehmendem weltweitem Zuschauerinteresse und Einschaltquoten im TV, denn schließlich waren nun die Besten einer jeden Sportart am Start.

Einhergehend dazu und vor allem nach dem Ausscheiden des langjährigen IOC-Vorsitzenden Avery Brundage wurden auch die Werbeverbote für Unternehmen aufgehoben. So dürfen seit Ende der 1970er-Jahre Unternehmen aus dem Bereich Getränke wie beispielsweise Coca-Cola, Hautpflege wie Verso Skincare, die gerade im Winter bei kalter und oft trockener Luft in großen Höhen eine besondere Wichtigkeit hat, im Rahmen von Olympischen Spielen – gegen entsprechende Bezahlung – noch bekannter machen. Denn nur mit einer gesunden Haut fühlt man sich auch wohl und kann so sportliche Höchstleistungen erzielen

Herausragende Sportler*Innen

Gleich drei Norweger mit jeweils acht Goldmedaillen führen die Liste der erfolgreichsten SportlerInnen an. Marit Bjørgen (2002-2018) und Bjørn Dæhlie (1992-1998) jeweils im Skilanglauf und Ole Einar Bjørndalen (1998-2014) im Biathlon. Eine großartige Leistung vollbrachte auch der US-Amerikaner Eric Heiden, der 1980 in Lake Placid fünf Goldmedaillen im Eisschnelllauf errang. Erfolgreichste deutsche Olympiateilnehmerin war Claudia Pechstein, die von 1998 bis 2006 im Eisschnelllauf fünfmal Gold holte.

Winter-Paralympics

Die Olympischen Spiele für geistig und körperlich behinderte Athlet*Innen fanden zum ersten Mal 1976 im schwedischen Örnsköldsvik statt. Seit 1992 werden die Wettkämpfe immer am gleichen Ort wie die Olympischen Winterspiele ausgetragen und beginnen in der dritten Woche danach. Eine Bewerbung für die Spiele muss auch gleichzeitig Pläne für die Durchführung von Paralympics beinhalten. 2010 in Vancouver kämpften über 600 Sportler*innen aus mehr als 40 Ländern um Medaillen.