Der Skibob

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Dass Wintersportler auf einem oder zwei Brettern unterwegs sind, ist nichts Außergewöhnliches. Doch haben Sie schon einmal jemanden gesehen, der gleich auf vier Skis unterwegs war? Das gibt es tatsächlich und nennt sich Skibob. Der Sportler sitzt dabei auf einem Sportgerät, welches einem Fahrrad nachempfunden ist und an Stelle der Räder über zwei Ski verfügt. Zwei weitere Skis schnallt sich der der Sportler an die Füße, damit er sich bei der Talfahrt ausbalancieren kann.

Die Geschichte des Skibobs

Dass der Skibob nicht nur einmal, sondern gleiche mehrere Male erfunden wurde, zeigt sich auf an der Namensvielfalt. Das Gerät ist nämlich auch als Monogleiter, Sitzski, Snowbike oder Velogemel bekannt. Den meisten Erfindern dürften einspurigen Schlitten, welche bereits im 19. Jahrhundert in Erscheinung traten, als Vorbild gedient haben. Andere dürften einfach einen Weg gesucht haben, ihr Fahrrad auch im Schnee zu benutzen und so bequem ins Tal zu kommen, ohne sich wie beim Yoga verrenken zu müssen.

Gemeinhin als erste Version des Skibobs gilt der Monogleiter, welcher um 1900 von Toni Lenhardt in Österreich entwickelt wurde. Dieses Sportgerät erreichte dann auch eine gewisse Popularität, und so wurden ab 1910 sogar Rennen veranstaltet. Unabhängig davon entwickelte 1911 der Schweizer Christian Bühlmann den Velogemel und meldete diesen auch zum Patent an. Dieses Sportgerät ist in der Schweiz noch heute relativ verbreitet.

Wenige Jahre nach dem zweiten Weltkrieg wurde in Österreich dann der Sitzski zum Patent angemeldet, der als direkter Vorläufer des Skibobs gilt. Dieser wurde dann 1951 als ein leicht verbessertes Model des Sitzskis patentiert. Dieses Skibob genannte Sportgerät wird auch heute noch von vielen Sportlern eingesetzt.

Entwicklung des Skibobsports

Schon im Jahr der Patentanmeldung des Skibobs fand auch das erste Skibobrennen statt. 1963 wurde dann die erste Europa- und 1967 die erste Weltmeisterschaft ausgetragen. Dies ging einher mit der Gründung von zahlreichen Regional- und Landesverbänden, und 1961 wurde in Innsbruck auch die Fédération Internationale de Skibob, der internationale Skibobverein, gegründet.

Der Skibobsport orientiert sich an den alpinen Skidisziplinen, und so werden die Wettbewerbe in den Disziplinen Super-G, Abfahrt, Alpine Kombination, Slalom, Parallelslalom und Riesenslalom, jeweils getrennt nach den Geschlechtern, ausgetragen. Analog zum Skisport gibt es dabei auch einen jährlichen Gesamtweltcup, bei welchem der beste Fahrer und die beste Fahrerin der Saison ermittelt werden. Außerdem existiert auch die Disziplin Hochgeschwindigkeitsfahren, bei welcher der Sportler ein möglichst hohe Geschwindigkeit erreichen muss. Dabei erreichen die Sportler Geschwindigkeiten von fast 200 km/h.

Rekorde auf dem Skibob

Viele Skibobfahrer messen sich nicht nur bei Skibobrennen, sondern sie versuchen auch Weltrekorde aufzustellen. Der erste Weltrekord wurde 1964 vom Erfinder des Skibobs, Erich Brenter, für die höchste Geschwindigkeit auf einem Skibob aufgestellt. Seither wurde dieser Rekord mehrfach gebrochen. Der jüngste Skibob-Weltrekord wurde 2013 aufgestellt, es ist der Vertical-Distance-Rekord, welcher von den Österreichern Hermann Koch und Harald Brenter gehalten wird. Letzterer ist der Enkel des Skibob-Erfinders Erich Brenter und für seine waghalsigen Stunts und Rekordfahrten bekannt.